Leitfaden zu Wechselkursen und Auslandsinvestitionen: Die oft übersehene Variable bei der Rendite
Warum sich die wahrgenommene Rendite unterscheidet, obwohl Sie in gute Anlagen investiert haben
Ein Leitfaden dazu, wie Wechselkurse die Rendite von Auslandsinvestitionen beeinflussen und wie man lokale Erträge sowie Währungsgewinne und -verluste gemeinsam betrachten sollte.
Wenn man mit Auslandsinvestitionen beginnt, schauen viele oft nur auf die Kursbewegung des Vermögenswertes selbst. Wenn beispielsweise ein US-Aktien-ETF um 8 % steigt, denkt man leicht: „Meine Rendite beträgt auch 8 %“. Die tatsächlich vom Anleger wahrgenommene Rendite ist jedoch das Ergebnis aus der Asset-Rendite und der Wechselkursänderung.
Das bedeutet, dass Auslandsinvestitionen immer zwei Variablen gleichzeitig beinhalten: Was Sie gekauft haben und wie sich diese Währung während des Anlagezeitraums gegenüber Ihrer Basiswährung entwickelt hat. Wenn man diese beiden Faktoren nicht getrennt betrachtet, deutet man die Performance oft falsch oder fürchtet den Wechselkurs mehr als nötig.
1. Die Rendite von Auslandsinvestitionen bewegt sich auf zwei Ebenen
Das Ergebnis einer Anlage in ausländische Vermögenswerte unterteilt sich meist in zwei Faktoren:
- Lokale Asset-Rendite Wie stark der Wert des Assets (Aktien, ETFs, Anleihen) in der jeweiligen Lokalwährung gestiegen oder gefallen ist.
- Wechselkurseffekt Wie sich der Wert der Anlagewährung gegenüber Ihrer Basiswährung zwischen dem Zeitpunkt des Kaufs und des Verkaufs verändert hat.
Selbst wenn ein lokaler Vermögenswert um 10 % steigt, verringert sich die tatsächliche Rendite erheblich, wenn die Anlagewährung gegenüber Ihrer Basiswährung um 7 % abwertet. Umgekehrt kann eine Anlage, die nur um 5 % gestiegen ist, wie ein viel größerer Gewinn erscheinen, wenn sich der Wechselkurs zu Ihren Gunsten entwickelt hat.
Aus diesem Grund muss man bei der Bewertung der Performance von Auslandsinvestitionen unterscheiden, „was gut gelaufen ist“. War die Auswahl des Assets gut oder hat der Wechselkurs zufällig geholfen?
2. Währungsrisiko ist nicht immer etwas Negatives
Wechselkurse werden oft nur als Risiko beschrieben, sind aber eigentlich eher ein zusätzliches Volatilitätselement. Auch wenn dies für Anleger unangenehm sein kann, ist es bei einer langfristigen globalen Diversifikation nicht unbedingt ein Faktor, der vollständig eliminiert werden muss.
Die Auswirkungen des Wechselkurses auf die Anlage lassen sich wie folgt zusammenfassen:
| Situation | Wahrnehmung des Anlegers |
|---|---|
| Asset steigt + Anlagewährung wird stärker | Gewinn vergrößert sich |
| Asset steigt + Anlagewährung wird schwächer | Gewinn wird teilweise neutralisiert |
| Asset fällt + Anlagewährung wird stärker | Verlust kann teilweise abgemildert werden |
| Asset fällt + Anlagewährung wird schwächer | Verlust kann sich vergrößern |
Wichtig ist zu verstehen, dass es extrem schwierig ist, Wechselkurse kurzfristig vorherzusagen. Daher ist es bei langfristigen Anlagen sinnvoller zu prüfen, ob die Währungsvolatilität für Sie tragbar ist, anstatt zu versuchen, den Wechselkurs selbst zu prognostizieren.
3. Wann sollte man währungsgesicherte Produkte (Hedging) in Betracht ziehen?
Bei Auslandsinvestitionen stellt sich oft die Frage, ob währungsgesicherte (Hedged) oder nicht währungsgesicherte (Unhedged) Produkte besser sind.
Nicht währungsgesichert (Unhedged)
Hierbei werden Wechselkursschwankungen direkt akzeptiert. Langfristig ist die Struktur einfacher und man profitiert von den Vorteilen der Währungsdiversifikation. Allerdings kann die kurzfristige Volatilität der Performance höher sein.
Währungsgesichert (Hedged)
Hierbei werden zusätzliche Absicherungskosten gezahlt, um den Einfluss des Wechselkurses zu minimieren. Dies kann für Gelder nützlich sein, die kurzfristig in der Basiswährung benötigt werden, oder für Anleger, die Wechselkursschwankungen nicht verkraften können. Im Gegenzug fallen Kosten an, und langfristig entwickelt sich das Produkt möglicherweise nicht so sauber, wie erwartet.
Letztendlich ist das Kriterium einfach: Wenn das Ziel der langfristige Vermögensaufbau ist, kann die ungesicherte Variante natürlicher sein. Wenn das Geld in naher Zukunft in der Basiswährung verwendet werden soll, ist die währungsgesicherte Variante oft besser geeignet.
4. Man muss die globale Diversifikation nicht wegen des Wechselkurses aufgeben
Viele Anleger schieben Auslandsinvestitionen aus Angst vor dem Wechselkurs auf. Das führt oft dazu, dass das Vermögen zu stark an ein einziges Land, eine einzige Währung und einen einzigen Markt gebunden ist. Auch das ist ein erhebliches Klumpenrisiko.
Die wichtigere Frage bei Auslandsinvestitionen ist nicht „Wird der Wechselkurs steigen oder fallen?“, sondern „Ist mein Vermögen zu sehr auf eine bestimmte Region und Währung konzentriert?“. Für langfristige Anleger ist es rationaler, zuerst über eine Struktur nachzudenken, die verschiedenen Währungen und Märkten ausgesetzt ist, anstatt den Wechselkurs vorhersehen zu wollen.
5. So sollten Sie die Ergebnisse in der Praxis interpretieren
Wenn die Performance Ihrer Anlage durch den Wechselkurs schwankt, betrachten Sie die Situation in dieser Reihenfolge:
- War die Entwicklung des lokalen Assets an sich in Ordnung?
- Wie stark hat sich das Ergebnis durch die Umrechnung in meine Basiswährung verändert?
- Ist der Grund für das Unbehagen der Verlust an sich oder ein mangelndes Verständnis der Zusammenhänge?
Wenn Sie diesen Prozess wiederholen, lernen Sie, den Wechselkurs nicht als „Variable, die man richtig tippen muss“ zu sehen, sondern als einen Risikofaktor, der Teil Ihres Portfolios ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Sollte man auf Auslandsinvestitionen verzichten, wenn der Wechselkurs ungünstig ist?
Nicht unbedingt. Der Wechselkurs kann kurzfristig ungünstig sein, aber im Hinblick auf die langfristige Asset-Allokation kann die Diversifikation über Märkte und Währungen hinweg wichtiger sein.
F: Muss man bei einem hohen Wechselkurs unbedingt warten?
Oft versuchen Anleger, sowohl den Wechselkurs als auch den Asset-Preis gleichzeitig vorherzusagen und tun am Ende gar nichts. Bei langfristigen Anlagen sind Strategien wie regelmäßige Sparpläne (DCA) realistischer, um den Druck des richtigen Timings zu verringern.
F: Kann man auch Altersvorsorgekapital in Auslandsanlagen halten?
Ja, das ist möglich. Je näher jedoch der Zeitpunkt der Auszahlung rückt, desto mehr müssen Sie berücksichtigen, wie sich Wechselkursschwankungen auf Ihre tatsächlichen Lebenshaltungskosten auswirken. Gelder, die in naher Zukunft benötigt werden, sollten konservativer verwaltet werden.
[WARNING] Dieser Leitfaden dient der allgemeinen Information zum Verständnis des Zusammenhangs zwischen Auslandsinvestitionen und Wechselkursen. Wechselkursschwankungen sind schwer vorhersehbar und ihre Auswirkungen können je nach Asset-Klasse und Anlagedauer stark variieren. Es ist wichtig, zuerst Grundsätze für die Asset-Allokation festzulegen, die Ihre Basiswährung und den Verwendungszeitpunkt berücksichtigen, anstatt kurzfristige Wetten auf bestimmte Währungsprognosen abzuschließen.
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